… realisiert die biblische »Option für die Armen«, indem sie sich im Interessenkonflikt zwischen Kapital und Arbeit parteilich an die Seite der Arbeitnehmer*innen und der von der Erwerbsarbeit Ausgeschlossenen stellt.

In unserem Handeln als Betriebsseelsorger*innen setzen wir uns für GUTE ARBEIT ein:

GUTE ARBEIT weckt in den Menschen die besten Kräfte. Sie können ihre Fähigkeiten, Phantasie und Kreativität in ihre Arbeit einbringen. Das setzt eine hohe Bereitschaft und die Möglichkeit für Bildung und Ausbildung voraus, ebenso aber auch die Chance, selbstbestimmt zu arbeiten. Gute Arbeit in Industrie und Verwaltung, in Handel und Dienstleistung ist so gestaltet, als arbeite der Mensch »in eigener Sache«.

GUTE ARBEIT produziert lebensdienliche Güter und Dienstleistungen. Arbeitende wollen mit ihrer Arbeit Sinn stiften und Leben schaffen.

GUTE ARBEIT ist für beide Seiten, Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen, von Vorteil, wenn sie menschenwürdig ausgestaltet wird und gebührende Anerkennung findet.
Sie ist kommunikative Arbeit, in der Raum und Zeit bleibt für die Gestaltung und Entfaltung eines menschlichen Miteinanders.

GUTE ARBEIT schafft und sichert über die Tarifautonomie und gesetzliche Regelungen humane Arbeitsbedingungen sowie ein ausreichendes Einkommen, um eine Familie gründen und unterhalten zu können. Sie sorgt für soziale Sicherheit, wirtschaftliches Fortkommen und eine gedeihliche Zukunft.

GUTE ARBEIT beteiligt die Arbeitenden darüber hinaus auch am Ertrag.

GUTE ARBEIT ist mitbestimmte Arbeit.
Wenn »Arbeit Vorrang hat gegenüber dem Kapital«, sind die vorhandenen Mitbestimmungsrechte allenfalls Mindeststandards. Sie müssen in einer neuen Unternehmensverfassung so ausgeweitet werden, dass Kapital und Arbeit gleichberechtigt bestimmen, was, wo und wie produziert wird.
>> Das heißt für uns Demokratiesierung der Wirtschaft.

GUTE ARBEIT gestaltet und bewahrt die Umwelt in Ehrfurcht vor der Schöpfung und in der Verantwortung für nachkommende Generationen.

GUTE ARBEIT braucht Führung »auf Augenhöhe«, Aner- kennung durch die Vorgesetzten, berufliche Förderung, Dialog und Wertschätzung auch untereinander. Ziel ist eine Unternehmenskultur, in der Diskriminierung, Mobbing und Schikanen keinen Nährboden finden.

GUTE ARBEIT
• respektiert die Menschen in ihren Beziehungen, nimmt Rücksicht und fördert sie.
• Sie ermöglicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch familienfreundliche Arbeitszeiten und geregelte Freistellungen für Pflege und Erziehung.
• Ihre Arbeitszeitgestaltung berücksichtigt das Bedürfnis der Gesellschaft nach gemeinsamen Ruhezeiten. Dabei kommt dem arbeitsfreien Sonntag besondere Bedeutung zu. Jeder Tag braucht seinen Feierabend, jede Woche ihr arbeitsfreies Wochenende. Sie versöhnt dadurch das häufig als Gegensatz Erlebte von Arbeit und Leben.

GUTE ARBEIT achtet auf die Gleichstellung aller Geschlechter, Generationen und Kulturen.